Spirit Life
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Silvana Müller

 

Adventskalender

Gerade zum schnellen und hektischen Jahresende hin, mit seinen vielen Feiertagen, Verpflichtungen und Veranstaltungen, macht es Sinn jeden Tag ein paar Minuten in sich selbst zu investieren. Du bist es wert, dass Du Dich um Dich kümmerst. Deshalb habe ich Dir hier einige achtsame Übungen aus der Kunsttherapie zusammengestellt. Damit Du Dich in den nächsten Tagen und Wochen nicht selber aus den Augen verlierst. Alles was du für die Übungen brauchst ist ein klein wenig Zeit, Papier, Schere, Leim und Farben.

Ich wünsche Dir ganz viel Spass damit.

Wichtig: Die Übungen sind bewusst einfach gehalten und können von Dir auch über die Adventszeit hinaus praktiziert werden. Sie sollen Dich unterstützen und Dir helfen. Falls Du jedoch bemerkst, dass ein Thema Dich zu sehr beschäftigt und Du Dich überhaupt nicht mehr wohl fühlst, nimm unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch. Gerne darfst Du Dich auch bei mir melden.


Eins - liegende 8 malen

Material: ein Blatt Papier (mind. A4), ein Farbstift Deiner Wahl

Zeitaufwand: Etwa 5 Minuten

liegende acht malen

Nimm ein Blatt Papier und ein Farbstift Deiner Wahl. Male damit eine liegende acht auf dein Blatt und fahre für die nächsten 3-5 Minuten den Linien nach. Spüre achtsam wie es sich an der Stelle anfühlt wo sich die Linien kreuzen. Gibt es ein oben und unten? Wie fühlt es sich an die Schlaufen zu malen?

Abschluss: wie ist es Dir während der Übung ergangen? Woran hast Du gedacht? Wie geht es Dir jetzt?

Sinn der Übung: sich zentrieren, konzentrieren, bei sich sein

 


Zwei - kreatives Schreiben

Material: ein Blatt Papier (mind. A4), Bleistift oder Kugelschreiber

Zeitaufwand: Etwa 5-15 Minuten

Such Dir einen ruhigen Platz wo Du die nächsten Minuten nicht gestört wirst. Schreibe ein paar Minuten lang alle Worte die Dir in den Sinn kommen auf. Kunterbunt, ohne Sätze zu bilden, einfach was gerade da ist.

Abschluss: Schau Dir das Geschriebene an. Welches Wort sticht Dir sofort ins Auge? Welches ist das zentrale Wort? Umrahme es mit Deinem Stift. Warum dieses Wort? Was hat es mit Deinen momentanen Lebensumständen zu tun?

Sinn der Übung: sich den Worten bewusst werden die tagtäglich in grosser Zahl durch unsere Gedanken schwirren. Sich bewusst werden was diese Worte mit mir zu tun haben ohne, dass ich mich damit identifiziere. Ich bin soviel mehr als meine Gedanken und Worte im Kopf.


Drei - Kalenderbild

Material: Postkarte oder ein farbiges Bild aus einer Zeitschrift, Papier und Bleistift

Zeitaufwand: Etwa 5-10 Minuten

Das Jahr ist bald vorüber und damit ist auch die Zeit des "Kalender-wechseln" angebrochen. Nimm ein Bild aus einem Kalender (2019 oder älter) das Dich heute an diesem Tag ganz besonders anspricht. Falls Du keinen Kalender zur Hand hast, tut es auch eine Postkarte oder ein ansprechendes Bild aus einer Zeitschrift (oder Du benutzt mein Bild :-))

Nimm dir nun etwas Zeit das Bild genau zu betrachten. Lass es auf Dich wirken. Was siehst Du darauf? Welche Farbe(n) dominieren? Welche Gedanken und Gefühle löst das Bild aus? Kommen Erinnerungen hoch? Wenn ja, welche?

Abschluss: Schreibe stichwortartig alles auf was Dir zu dem Bild in den Sinn kommt. Unterstreiche anschliessend die drei wichtigsten Worte. Was haben sie mit Deinem (momentanen) Lebensthema zu tun?

Sinn der Übung: sich bewusst werden was in meinem Leben gerade Thema ist. 


Vier – Annehmen und loslassen

Material: 2 Post it, Bleistift oder Kugelschreiber

Zeitaufwand: 3-5 Minuten

Schreibe auf einen der Post it was du im Moment gebrauchen kannst (Gefühle, Gedanken, Impulse, Emotionen…). Auf den anderen Zettel notiere bitte was du gerne loslassen möchtest. Such Dir einen ruhigen Platz und setze Dich möglichst aufrecht hin. Schliesse die Augen und atme ein paarmal ruhig ein und aus. Stell Dir nun bei jedem Einatmen vor, dass Du etwas von dem was Du im Moment gebrauchen kannst annimmst. Vielleicht kannst Du Dir dabei in Gedanken oder gar laut das Wort vorsagen. Lass nun bei jedem ausatmen etwas von dem los was du gerne reduzieren möchtest. Zum Beispiel: ich atme ein – Ruhe. Ich atme aus – Angst vor Einsamkeit.

Abschluss: Bleibe noch einen kurzen Moment sitzen und lass die Übung auf dich wirken. Wie geht es Dir nun?

Sinn der Übung: Loslassen was uns beschäftigt, annehmen was uns gerade guttut 


Fünf – Den Atem malen

Material: Papier, Bleistift oder Farbstift

Zeitaufwand: 2-5 Minuten

Für diese Übung findest Du am besten einen Platz wo Du für ein paar Minuten ungestört bist. Lege ein Blatt Papier (mind. A4) und einen Stift vor Dich hin. Schliesse die Augen und lass ein paar Augenblicke lang Deinen Atem fliessen. Versuche Ihn nicht zu kontrollieren, sondern lass Ihn kommen und gehen wie er mag. Halte die Augen weiterhin geschlossen und male die Linien Deines Atems auf das Papier. Falls störende Gedanken aufkommen, ist das ist überhaupt kein Problem. Lass sie einfach weiterziehen und gehe mit der Aufmerksamkeit zurück zu Deinem Atem. Lass Deinen Atem die Linien bestimmen.

Abschluss: Öffne die Augen und schau Dir Deine Atemlinien an. Was fällt Dir auf? Woran erinnern sie Dich? Wie fühlst Du Dich, nachdem Du Dich mit Deinem Atem beschäftigt hast? Vielleicht magst Du ein paar Stichworte dazu aufschreiben?

Sinn der Übung: Über den Atem können wir im Alltag immer wieder rasch zur Ruhe kommen. Uns neu zentrieren und ausrichten. Der Atem hilft uns im Jetzt zu sein. In diesem Moment, der da gerade ist.  


Sechs – dankbar sein

Material: Papier, Stift

Zeitaufwand: 2-10 Minuten

Versuche fünf bis zehn Dinge zu notieren für die Du an diesem Tag oder in dieser Woche dankbar sein kannst.

Abschluss: Falls möglich, lies die Liste laut vor. Was für Bilder, Gedanken und Gefühle löst das aus?

Sinn der Übung: Manchmal vergessen wir im Alltag die kleinen Dinge, für die wir dankbar sein können. 


Sieben – dem Tag Farbe geben

Material: Papier (Karteikartenformat), Farben (Farbstifte, Wasserfarben oder ähnliches), Stift

Zeitaufwand: 5-10 Minuten

Nimm Dir einen Moment Zeit und überlege Dir welche Farbe zum heutigen Tag passen würde. Was sagt Dein Bauchgefühl dazu? Gestalte dann mit dieser Farbe Dein Blatt.

Abschluss: Lass das Blatt mit Deiner Farbe einen Moment auf Dich wirken. Was löst es für Gedanken und Gefühle aus? Weshalb passt diese Farbe zu Deinem heutigen Tag? Vielleicht magst Du ein paar Stichworte dazu hinten auf das Blatt schreiben.

Sinn der Übung: Sich des "Tagesthemas" bewusst werden.


Acht – Wohlfühlort

Material: ein Platz wo Du für ein paar Minuten ungestört bist

Zeitaufwand: 5-10 Minuten, oder so lange Du magst

Such Dir einen Platz wo Du die nächsten Minuten nicht gestört wirst. Setz Dich bequem hin oder lege Dich auf einen Teppich oder eine Yogamatte auf den Boden. Das Bett eignet sich für die Übung nicht so gut, Du sollst ja nicht einschlafen.

Folge ein paar Atemzüge lang Deinem Atem, der Luft wie sie ein- und ausströmt. Stelle Dir dann einen Ort vor wo Du Dich jetzt gerade total wohl fühlen würdest. Das kann ein Ort sein an dem Du schon einmal warst, darf aber auch ein Ort sein der in Deiner Fantasie entsteht. Schau Dich an Deinem Wohlfühlort um. Was siehst Du? Wie sieht die Landschaft um Dich herum aus? Sind da noch andere Menschen? Oder bist Du alleine? Gibt es Gebäude? Wenn ja, was für welche. Wie sieht der Himmel aus? Ist es Tag, oder Nacht? Warm oder kalt? Was kannst Du für Geräusche hören? Vielleicht kannst Du auch etwas riechen? Was kannst Du mit Deinen Händen fühlen? Wie ist der Untergrund unter Deinen Füssen? Lass Deinen Wohlfühlort auf Dich wirken, mit allen Sinnen, so lange Du magst.

Abschluss: Verstärke etwas die Atmung und beginne Dich langsam wieder zu bewegen. Öffne die Augen und komm zurück in den Raum, in dem Du Dich gerade befindest. Du kannst zu jeder Zeit an Deinen Wohlfühlort zurückkehren. Bleib noch einen kurzen Moment liegen und lass das gerade erlebte auf Dich wirken. Wie geht es Dir?

Sinn der Übung: Der imaginierte Wohlfühlort ist eine Möglichkeit zur Entspannung. Und da es für die Durchführung keinerlei Material nötig ist, kann er zu jeder Zeit an jedem Ort angewendet werden. 


Neun – Linien

Material: Papier, Bleistift

Zeitaufwand: 3-5 Minuten

Nimm Deinen Stift und male irgendwo auf einem Blatt Papier einen Punkt. Verweile einen kurzen Moment und lasse diesen Punkt und den Raum darum herum auf Dich wirken. Zeichne anschliessend verschiedene Bleistiftlinien über das Papier. So kurz oder lang wie Du möchtest. Ausgang jeder Linie soll jedoch der Punkt sein.

Abschluss: Betrachte das entstandene Bild. Was kommt Dir spontan dazu in den Sinn? Gib dem Bild einen Titel.

Sinn der Übung: eine Linie besteht letztlich aus vielen einzelnen Punkten. Auch wir starten unser Leben an einem Punkt und hinterlassen Spuren oder Linien in dieser Welt


Zehn – der Schluss zuerst

Material: Papier, Bleistift oder Kugelschreiber

Zeitaufwand: 10-30 Minuten

Heute spielen wir ein Gedankenspiel: Stell Dir Dein Leben im Alter vor. Wie sieht das aus? Was ist Dir wichtig? Welche Menschen umgeben Dich? Wie sehen Deine Beziehungen, Deine Familie aus? Hast Du Kinder, Enkelkinder? Welchen Beruf, welche Berufe hast Du im Laufe Deines Lebens ausgeführt? Welche Hobbies pflegst Du im Alter? Was hast Du im Leben erlebt? Welche Reisen hast Du unternommen, welche Länder hast Du gesehen? Was erfüllt Deine Tage im Alter? Wo wohnst Du dann? Sei kreativ. Es geht nicht darum was möglich ist. Erlaubt ist was gefällt.

Abschluss: Vielleicht magst Du Deine Gedanken aufschreiben.

Sinn der Übung: Wenn Du den Schluss Deiner Geschichte kennst, kannst Du Deinem Leben eine Richtung geben. 


Elf – Begegnungen

Material: Papier, Filzstifte oder Farbstifte

Zeitaufwand: 10-30 Minuten, so lange Du möchtest

Lege das Blatt Papier vor Dich und male zügig und ohne lange zu überlegen verschiedene Figuren (Kreis, Dreieck, Quadrat, Linien, Formen…) darauf. Ein dunkler wasserfester Filzstift eigenen sich gut dafür. Schaff mit Deinen Figuren Begegnungen, lass sie überlappen. Male anschliessend die Flächen aus, die Du möchtest. Mit den Farben Deiner Wahl.

Abschluss: Lass das entstandene Bild auf Dich wirken. Dreh es um die eigene Achse und schaue es von allen Seiten her an. Welche Stelle zieht Deinen Blick sofort an? Weshalb? Welche Stellen sind nicht so wichtig, oder gefallen Dir nicht? Gibt es einen Grund dafür? Welche Figuren sind sich ganz nah? Bei welchen ist eine grössere Distanz da? Wie verändert sich dadurch die Qualität der Beziehungen? Wie nah ist nah? Hat das Bild ein bestimmtes Thema? Welcher Titel würde zu Deinem Bild passen?

Sinn der Übungen: Begegnungen gehören zum Leben. Hier passieren sie auf einer anderen Ebene, was zum Ausprobieren einlädt.  


Zwölf – Ein Nickerchen machen

Material: ein ruhiger Platz wo Du nicht gestört wirst

Zeitaufwand: max. 20 Minuten

Gönne Dir heute etwas Gutes und mache im Laufe des Tages ein Nickerchen. Wenn möglich suche Dir dafür ein ruhiges Plätzchen wo Du Dich hinlegen kannst, und wo Du Dich wohl fühlst. Lass Dich 20 Minuten später wieder wecken. Zwinge Dich nicht zum Schlafen, sondern freue Dich an der Zeit der Ruhe.

Abschluss: Bleibe nach dem Weck Ton noch einen kurzen Moment liegen und lass die vergangenen Minuten etwas wirken. Registriere wie sich Dein Energielevel verändert hat und steh langsam auf.

Sinn der Übung: Studien haben gezeigt, dass ein kurzes Nickerchen am Mittag mehr bringt als eine Tasse Kaffee. 


Dreizehn – Mein Land

Material: Papier, verschiedene Stifte

Zeitaufwand: 10-30 Minuten

Male auf Dein Blatt Papier die Umrisse (d)eines Landes. Schmücke es anschliessend aus. Du bist nun der König, die Königin Deines Landes. Was ist Dir wichtig? Welche Landschaften sollen entstehen? Bäche, Seen, Wälder, Berge… . Gibt es Strassen, Wege in Deinem Land? Wohnen dort noch andere Menschen? An welchen Orten wohnen sie? Lass Deiner Fantasie freien Lauf.

Abschluss: Wie sieht die Grenze um Dein Land herum aus? Was braucht es, damit Du Dein Land schützen kannst? Eine hohe Mauer, ein Zaun? Oder bilden Berge, Flüsse die Grenze? Gibt es Tore, damit andere Menschen in Dein Land kommen können? 

Sinn der Übung: Unser (Fantasie-) Land kann ein Abbild unserer Seelenlandschaft sein. 


Vierzehn – So ein Märchen

Material: Ein Märchen, das Du aus Deiner Kindheit kennst (lassen sich auch im Internet finden).

Zeitaufwand: Je nach Märchen

Such Dir ein gemütliches Plätzchen, kuschle Dich ein und lies Dein das Lieblingsmärchen/die Lieblingsgeschichte Deiner Kindheit. 

Abschluss: Lass das Märchen kurz nachwirken. Hat es sich seit damals verändert? Inwiefern? Was kannst Du heute darin erkennen? Was hat die Geschichte mit Deinem Leben zu tun?

Sinn der Übung: Erquicken des kreativen, fröhlichen, spontanen Anteiles unseres Wesens, der oft zu kurz kommt.


Fünfzehn – Tagesschau

Material: Zeitschrift oder (Sonntags-)Zeitung, Papier, Schere, Leim, Stift

Zeitaufwand: 10-30 Minuten - solange Du Spass an der Sache hast

Schnapp Dir die Sonntagszeitung oder eine andere Zeitschrift die Du im Haus hast. Schau sie Dir an, lies sie durch, so als ob die Zeitschrift/Zeitung ganz alleine für Dich geschrieben worden wäre. Schneide alles aus was Dich anspricht oder was mit Dir und Deinem Leben zu tun hat. Das können Bilder, Textabschnitte, Titel, Farben, Buchstaben… sein. Gestalte anschliessend eine Collage und klebe alle ausgeschnittenen Papierschnitzel auf.

Abschluss: Lass die Collage auf Dich wirken. Was siehst Du? Was fällt Dir auf? Welches (Lebens-)Thema wird daraus ersichtlich? Gib der Collage einen Titel.

Sinn der Übung: Die Collage ist ein Ausschnitt von dem was mich beschäftigt, was mir gefällt, was mir wichtig ist  und ist damit ein Ausdruck von mir. 


Sechzehn – Feelings

Material: Papier (Postkartengrösse), Farbige Stifte, Wasserfarben, Kreiden, Acrylfarben oder ähnliches

Zeitaufwand: 5-10 Minuten

Schliesse die Augen und versuche einen Moment ganz bei Dir zu sein. Lass alle störenden Gedanken und Geräusche los. Wenn Du magst, folge mit der Aufmerksamkeit für ein paar Augenblicke deinem Atem. Lass ihn kommen und gehen, ohne ihn zu kontrollieren. Versuche nun das heutige Grundgefühl zu erfassen. Wie fühlt es sich an? Gibt es eine Körperempfindung dafür (ein Druck, ein Kribbeln, eine Unruhe…)? Wo im Körper findest Du dieses Grundgefühl? Und welche Farbe hat es? Ist es eine warme Farbe, oder eher eine kalte? Ist es eine kräftige Farbe? Ist es eine Pastellfarbe? 
 

Abschluss: Male nun die Farbe auf Dein Papier und schreibe auf die Rückseite das dazugehörige Gefühl. Grundsätzlich lässt sich die Übung mit allen Gefühlen machen. So erhält man im Laufe der Zeit ein Gefühlstagebuch. Wobei sich die zugeordnete Farbe zu einem Gefühl auch durchaus verändern kann. 

Sinn der Übung: Oft ist uns die «Tages-Grundstimmung» nicht so bewusst. Mit dieser Übung gelingt es uns den Tag bewusster zu gestalten. 


Siebzehn – 5 Minuten Schreiben

Material: Papier, Stift

Zeitaufwand: Wie der Name schon sagt, 5 Minuten

Entwickle die folgende Idee weiter und schreibe dazu eine kurze 5-Minuten Geschichte. Schreibe einfach drauf los, ohne lange nachzudenken und ohne die Rechtschreibung oder ähnliches zu korrigieren. Nun also zur Geschichte: «Seit Jahr und Tag stand Berta die Strassenlaterne an der gleichen Ecke der kleinen Stadt. Nun kurz vor Weihnachten, wenn die Dämmerung früh einsetzte, gab es viel zu tun. Berta bemühte sich sehr, den vielen Menschen, die noch ihre letzten Einkäufe tätigten, genügend Licht zu spenden. Dabei beobachtete sie manchmal gar wunderliche Dinge. Wie heute zum Beispiel, als…»

Abschluss: Nimm Dir noch etwas Zeit, um Deine Geschichte noch einmal zu lesen. Wie ist es Dir während des Schreibens ergangen? Wie geht es Dir jetzt, mit Deiner Geschichte? Und haben Deine Zeilen vielleicht etwas mit Dir und Deinem Blick auf die Vor-Weihnachtszeit zu tun?

Sinn der Übung: Durch kreatives Schreiben können (unbewusste) Vorstellungen, Ansichten und Gedanken Form annehmen. Auf einem Blatt Papier sind Sie sicher aufgehoben. 


Achtzehn – Ein Pinselstrich

Material: Papier, Pinsel, Wasser-, Aquarell-, oder Guachefarben

Zeitaufwand: 5-10 Minuten

Überlege Dir, welche Farbe heute ganz besonders zu Dir passt und nimm anschliessend mit Deinem Pinsel etwas von dieser Farbe auf. Streiche nun mit dem Pinsel ganz sanft über Dein Papier, solange wie Du magst. Du kannst Deinen Pinsel auch ein zweites Mal in «Deine» Farbe tauchen.

Abschluss: Spüre nun einen kurzen Moment Deiner Pinselbewegung nach. Wie fühlt sich das an? In Deiner Hand? Deinem Arm? Deinem Körper? 

Gibt es heute ein Körperteil, dem diese sanfte Bewegung guttun würde? Stelle Dir die Bewegung heute immer wieder auf oder in diesem Körperteil vor.

Sinn der Übung: Sich selbst und den Körper wahrnehmen und spüren. 


Neunzehn – zauberhaft

Material: ein ruhiger Platz wo Du nicht gestört wirst, Kerze, Stift und Papier

Zeitaufwand: 5-10 Minuten, oder so lange Du magst.

Nimm Dir heute ein paar Minuten Zeit ganz alleine für Dich. Zünde Deine Kerze an und lass Dich vom Licht verzaubern. Atme ruhig ein und aus. Lass Deinen Atem fliessen, so wie er mag. Tauche ein in das Licht. Nimm mit jedem Einatmen etwas Licht in Dich auf. Lass es durch Deinen ganzen Körper strömen. Ein goldener Strom, voll mit warmem Licht, welcher durch dich hindurch strömt.

Abschluss: Hülle Dich ganz in das Licht ein. Stell Dir vor, das warme Kerzenlicht bilde eine Kuppel, einen Mantel um und über dich herum. Lass dann das Kerzenlicht wieder zurückwandern zu seinem Ursprung der Kerze, und die Übung ein klein wenig nachwirken. Vielleicht magst Du Dir ein paar Notizen zum eben erlebten machen?

Sinn der Übung: goldenes, warmes Licht ist ein Symbol für etwas Gutes, das uns Wärme, Entspannung, Schutz und Geborgenheit schenkt. 


Zwanzig – Dein Lieblingslied auf Papier

Material: Musikquelle mit deinem Lieblingssong, Papier, ein Farbstift deiner Wahl

Zeitaufwand: 5 Minuten, etwas länger, wenn Du das Bild danach ausgestalten möchtest

Hör Dir Dein Lieblingslied an und lass Dabei den Farbstift zur Musik über das Papier wandern. Versuche dabei den Stift nie abzusetzen.

Abschluss: Lass das Bild und die Musik danach einen kurzen Moment auf dich wirken. Was ist entstanden? Versuche dem Bild einen Titel zu geben. 

Wenn Du magst, kannst Du nun die entstandenen Flächen noch farbig in Szene setzen.

Sinn der Übung: Unser momentaner Lieblingssong hat oft viel mit uns, unseren Gefühlen und unserer Lebenssituation zu tun. Dies wird auf dem Papier noch einmal, in anderer Form sichtbar. 


Einundzwanzig – ich fühle, also bin ich

Material: Blatt Papier, Farb- oder Filzstifte

Zeitaufwand: 10-15 Minuten, oder länger, wenn Du magst

Male auf Dein Papier ein Männchen, ähnlich dem im Anhang. Du kannst es auch ausdrucken. Spüre nun in den Körper hinein und male die verschiedenen Körperteile mit den für Dich passenden Farben an. Überlege nicht zu lange, sondern male mit der Farbe, die Dir gerade richtig erscheint. 

Abschluss: Lass Dein Bild einen Augenblick auf Dich wirken. Hast Du Körperstellen, die verspannt sind oder schmerzen? Welche Farbe hast Du ihnen gegeben? Welche Farbe würde ihnen heute guttun? Gibt es Körperstellen die du besser, oder solche die Du weniger spürst? Welche Farbe hast Du ihnen gegeben? Sind da Stellen in Deinem Körper die warm sind oder kalt? Ist das in den Farben ersichtlich? Frage Dich: welche Farbe würde welcher Körperstelle guttun?

Sinn der Übung: Sich selber und seinen Körper besser wahrnehmen. 


Zweiundzwanzig – Redewendung

Material: Zitat/Redewendung, wasserfester Filzstift, Papier, Farben

Zeitaufwand: 5-15 Minuten

Nimm ein Zitat/eine Redewendung welche/s Dir gut gefällt. Schreibe es auf Deinen Zettel. Welche Farbe würde dazu passen? Warum? Gestalte Dein Blatt mit der ausgewählten Farbe.

Abschluss: Wie wirkt der Text nun auf Dich? Weshalb gefällt Dir dieses Zitat/diese Redewendung gut? Wie würden die Zeilen lauten, wenn dort das Gegenteil stehen würde? Was macht dieser Gedanke mit Dir? Spürst Du Emotionen? Welche Farbe würdest Du dem gegenteiligen Zitat geben?

Lies Deinen ausgesuchten Text nun noch einmal laut vor. Wenn Du magst, kannst Du es Dir in der Wohnung aufhängen, damit Du es immer mal wiedersiehst.

Sinn der Übung: Indem wir einen Gedanken, ein Zitat oder eine Redewendung umkehren, können wir besser wahrnehmen was uns am ursprünglichen Text bewegt. 


Dreiundzwanzig – was für die anderen

Material: Aufmerksamkeit, etwas Zeit

Zeitaufwand: 1-10 Minuten

Überlege Dir, wer in Deinem Umfeld heute eine Ermutigung oder ein Dankeschön gebrauchen kann. Falls Du die betreffende Person heute nicht persönlich triffst, ruf Sie an oder schreibe Ihr/Ihm eine Postkarte.

Abschluss: Beobachte wie die Ermutigung/das Dankeschön auf die Person wirkt. Was löst diese Erfahrung bei Dir aus? 

Sinn der Übung: Wir sind sparsam geworden mit Ermutigungen und Danken. Gerade in unserem engsten Umfeld. Schön zu sehen, was eine kleine Ermutigung, ein kurzes Dankeschön bei unseren Mitmenschen auslösen kann. Und wie diese Reaktion dann auch wieder auf mich wirkt. 


Vierundzwanzig – Leben heisst: annehmen und loslassen

Material: Papier und Stift

Zeitaufwand: 5-20 Minuten

Nimm Dir heute zum Abschluss etwas Zeit das vergangene Jahr loszulassen und das neue willkommen zu heissen. Schreibe 3-5 Stichworte zu Deinem Jahr 2019 auf einen Zettel. 

Schreibe anschliessend 3-5 Stichworte für das kommende neue Jahr auf ein zweites Papier. Das können Wünsche, Ziele, Bedenken oder ähnliches sein.

Verabschiede Dich nun anhand Deiner Stichworte vom vergangenen Jahr. Sei dankbar wofür Du dankbar sein kannst, formuliere aber auch was schwierig war. 

Heisse anschliessend das neue Jahr, ebenfalls anhand Deiner Stichworte, willkommen.

Abschluss: Vielleicht magst Du Dir die Stichworte für das neue Jahr aufbewahren. Es ist immer interessant Ende Jahr nachzusehen, was Du Dir Anfang des Jahres notiert hast.

Sinn der Übung: es wichtig, dass wir Vergangenes jeglicher Art abschliessen können, um dem Neuen Platz zu machen.

Auch für mich ist es nun an der Zeit mich zu verabschieden. Ich wünsche ich Dir von Herzen schöne Weihnachten, und ein neues Jahr voller Achtsamkeit und kleinen Ruheinseln für Dich.  

 
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